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3D-TV auf der IFA 2010

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3D-Fernsehen - ein Riesen-Flop?

25.08.2010, 14:36 Uhr | t-online.de

Miss IFA mit 3D-Brille und 3D-Fernseher von Sony: Die Unterhaltungselektronik hat 3D-TV zum neuen Wohnzimmertrend ausgerufen  (Foto: Messe Berlin)

Miss IFA mit 3D-Brille und 3D-Fernseher von Sony: Die Unterhaltungselektronik hat 3D-TV zum neuen Wohnzimmertrend ausgerufen (Foto: Messe Berlin)

3D ist der Megatrend auf der IFA 2010 in Berlin. Vom 3D-Fernseher bis zur 3D-Videokamera: Auf der der weltgrößten Messe für Unterhaltungselektronik, die am 3. September startet, wollen Sony, Panasonic & Co. alle Zweifel aus dem Weg räumen, dass nach Flachbild und HDTV die nächste Fernsehrevolution ins Haus steht. Doch auch abseits der 3D-Euphorie finden sich in diesem Jahr wieder zahlreiche interessante Innovationen auf der Messe, etwa ultraflache Design-Fernseher. Unsere Foto-Show zeigt die Highlights der IFA 2010.

Die IFA 2010 beweist: 3D drängt mit Macht ins Wohnzimmer. Im Kino brechen schon seit längerem 3D-Blockbuster von Avatar bis Shrek einen Besucherrekord nach dem anderen. Nur im Wohnzimmer ist die visuelle Revolution bislang ausgeblieben. Das überrascht kaum, verlangt das neue Raumerlebnis doch eine komplett neue Geräte-Ausstattung - schon wieder. Weder der frisch angeschaffte Full-HD-Flachbildfernseher noch der Blu-ray-Player können mit 3D-Material etwas anfangen. Seit März sind nach Angaben des Branchenverbandes BITKOM gerade mal 40.000 3D-Fernseher in Deutschland verkauft worden, gewöhnliche Flachbildfernseher dagegen mehrere Millionen. Dennoch ist die Elektronikbranche davon überzeugt, dass 3D kaum aufzuhalten ist. Und so werden Sony, Philips, Panasonic und Co. auf der IFA stolz ihr 3D-taugliches Sortiment anpreisen. Doch was hat es eigentlich genau mit 3D-TV auf sich?

So funktioniert 3D-TV

Räumliche Bilder im alltäglichen Leben entstehen, weil beide Augen ein Objekt aus verschiedenen Blickwinkeln anvisieren. Mit nur einem Auge geht die Räumlichkeit verloren. Im Fernsehen und im Kino befinden sich im Gegensatz zur Natur alle Objekte auf einer Fläche, also der Leinwand oder der Mattscheibe. Die 3D-Effekte entstehen, in dem immer zwei Bilder gesendet werden, eins für jedes Auge. Damit jedes Auge auch nur das jeweils passende Bild sieht, ist eine spezielle Brille notwendig. Sie filtert die richtigen Bilder für jedes Auge heraus. Der Fernseher selbst zeigt beide Bilder gleichzeitig an. Ohne Brille sehen wir daher nur undeutliche, versetzte Bilder.

Ohne neue Geräte geht nichts

Für den richtigen 3D-Genuss muss der gesamte Weg der Bilder von der Kamera bis zum Fernseher auf 3D abgestimmt sein. Das heißt: 3D-Fernseher, 3D-Blu-ray-Player und Blu-ray-Scheiben, auf denen der Film im 3D-Format gespeichert ist. Immerhin: Bei neueren Blu-ray-Playern lässt sich oft einfach per Software-Update die 3D-Fähigkeit nachrüsten, zum Beispiel bei der Playstation 3. Das Angebot an 3D-Blu-ray-Scheiben ist allerdings bislang nicht der Rede wert. Für Hobbyfilmer, die selbst 3D-Videos drehen wollen, stellt Panasonic mit dem HDC-SDT750 den ersten 3D-Camcorder für Heimanwender vor. Dank einer Vorsatzlinse kann damit der ambitionierte Hobbyfilmer echte 3D-Aufnahmen erstellen.

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3D-Brillen für das Wohnzimmer

3D-Flachbildfernseher für das Wohnzimmer strahlen immer abwechselnd ein Bild für jedes Auge aus. Der 3D-Effekt wird erst mit einer speziellen Shutterbrille sichtbar. Die Shutterbrille zeigt abwechselnd jedem Auge ein Bild, jeweils 60 Bilder pro Auge in der Sekunde. Das entspricht 120 Hertz. Wenn gerade für das linke Auge ein Bild gezeigt wird, dunkelt die Brille die rechte Seite ab und umgekehrt. Das passiert so schnell, dass ein menschliches Auge den Wechsel nicht wahrnehmen kann. Um die ultraschnellen Bildfolgen exakt anzeigen zu können, muss sich die Brille mit dem Fernseher synchronisieren.

3D-TV ohne Brille?

Shutterbrillen sind durch die integrierte Technik deutlich schwerer und teurer als beispielsweise die 3D-Polfilterbrillen fürs Kino. Shutterbrillen kosten zwischen 100 und 200 Euro. Die TV-Hersteller legen ihren Geräten immerhin ein bis zwei Brillen bei, doch der Brillenzwang dürfte trotzdem viele Zuschauer abschrecken. Das wissen auch die TV-Hersteller und arbeiten deshalb daran, in Zukunft 3D-Fernseherlebnis ohne diese Spezialbrille zu bieten. Toshiba und Sony haben bereits Geräte angekündigt, die ohne 3D-Brille auskommen sollen. Toshiba verspricht sogar, noch vor Weihnachten damit auf den Markt zu kommen. Über den Preis schweigt sich der japanische Elektronikriese noch aus, doch angesichts der noch aufwändigeren Technik rechnen Experten mit mehreren tausend Euro.

2D-Filme in 3D verwandeln

Es ist möglich, 2D-Bilder nachträglich in 3D hochzurechnen, und das auch durch die heimische Technik. Toshiba zeigt auf der IFA den neuen Cell-TV, der genau diese Anforderungen erfüllen soll. Der Fernseher ist an eine externe Box angeschlossen, in der ein superschneller Prozessor sitzt. Ob sich das Ergebnis wirklich sehen lassen kann, bleibt abzuwarten. In jedem Fall braucht der Zuschauer weiterhin eine Shutterbrille.

3D im Fernsehen noch in den Kinderschuhen

Wenn es denn schon kaum 3D-Blu-rays gibt, wie sieht es denn dann mit 3D-Programmen im Fernsehen aus? Der Satellitenbetreiber Astra hat seit dem 4. Mai einen 3D-Demokanal im Programm, und auch beim Fernsehen übers Internet tut sich was. VDSL-Kunden von T-Home Entertain können eine 3D-Option zusätzlich buchen. Die Übertragung des Eröffnungsspiels der Eishockey-WM in 3D war der Anfang, das Angebot soll weiter ausgebaut werden. Künftig soll wöchentlich eine Begegnung der Bundesliga in 3D gesendet werden. Insgesamt befindet sich 3D-TV aber noch in den Kinderschuhen. Schuld daran ist natürlich auch das Henne-Ei-Prinzip: Die Inhalte-Anbieter scheuen den Aufwand, attraktive Programme in 3D zu produzieren, solange es kaum Zuschauer mit 3D-fähiger-Ausrüstung gibt. Umgekehrt leuchtet kaum einem TV-Zuschauer ein, warum er viel Geld für 3D-Geräte ausgeben soll, die kaum etwas in 3D zeigen. In zwei Jahren könnte das schon ganz anders aussehen. Doch bis dahin ist Abwarten wohl die richtige Strategie..


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