10.06.2010, 11:19 Uhr | Andreas Lerg
Auf der Internetseite von AT&T stahlen Hacker 114.000 E-Mail-Adressen von iPad-Kunden. (Bild: t-online.de)
Hacker haben durch ein peinliches Sicherheitsleck auf der Internetseite des US-Mobilfunkdienstleisters AT&T die E-Mail-Adressen von 114.000 iPad-Käufern erbeutet. Darunter auch viele Prominente wie beispielsweise der Stabschef des Weißen Hauses oder New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg. Die Hacker missbrauchten eine Art Auskunftsfunktion, die nach der Eingabe eine SIM-Kartenidentifikationsnummer die E-Mail-Adresse anzeigt.
Die Hacker erbeuteten bei ihrem Angriff unter anderem die E-Mail-Adressen wichtiger Politiker und Prominenter. So beispielsweise von Rahm Emanuel, dem Stabschef im Weißen Haus, New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg oder der ABC-Nachrichtenmoderatorin Diane Sawyer. Weiterhin wurden E-Mail-Adressen von Mitarbeitern der US-Regierung, der US-Streitkräfte, der Nasa und von Google, Amazon sowie Microsoft entwendet. Die erbeuteten Adressen werden sehr wahrscheinlich an Spammailversender verkauft. Wie das US-Blog Engadget meldet, prüft das FBI, ob eine Straftat vorliegt und wird gegebenenfalls Ermittlungen starten.
Die Hackergruppe, die sich Goatse Security nennt, hatte eine Abfragefunktion auf der Internetseite von AT&T entdeckt und darüber 114.000 E-Mail-Adressen von iPad-Nutzern gestohlen. Betroffen sind nur die Käufer der Mobilfunkversion des iPad, denn für den Diebstahl wurden die sogenannten Integrated Circuit Card Identifier, kurz ICC-ID, benötigt. Das ist eine einmalige Seriennummer, mit der jede Micro-SIM-Karte in einem iPad oder anderen Mobilfunkgeräten identifiziert werden kann.
Die Hacker errieten mit einem Automatismus diese ICC-ID-Nummern und fütterten dann die Abfragefunktion auf der Internetseite von AT&T mit diesen Nummern. Daraufhin lieferte die Internetseite sogleich die für die jeweilige ICC-ID registrierte E-Mail-Adresse. AT&T wurde am Montag von einem Firmenkunden über diese Sicherheitslücke und den Diebstahl der E-Mail-Adressen informiert und schaltete die Funktion darauf hin ab. AT&T-Sprecher Mark Spiegel erklärte gegenüber Computerworld, dass die Hacker ausschließlich die E-Mails und keine weiteren Kundendaten wie Kreditkartendaten oder Wohnadressen erbeutet hätten.
Quelle: t-online.de
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