29.08.2011, 09:13 Uhr | Andreas Lerg
Apple plant eigenen Fernsehapparat. (Quelle: imago)
Apple und Google rüsten sich für die Eroberung des Fernsehmarktes. Während Analysten einen eigenen Fernseher von Apple erwarten, will sich Google den europäischen Medienanstalten als Partner anbieten. Bisher war vor allem Googles Versuch, im TV-Markt Fuß zu fassen, nicht von großen Erfolgen gekrönt.
Apple arbeitet derzeit an einer neuen Technologie, mit der Videoinhalte an Fernseher ausgeliefert werden können. Zudem soll ein eigenes Bezahlfernseh-Angebot in Planung sein. Das meldet das Wall Street Journal. Bisher verkauft und vermietet Apple die Inhalte etablierter Sender und Filmstudios via seiner Mediensoftware iTunes und der Settop-Box Apple TV, die Zugang auf Apples Medienbibliothek via Fernsehgerät erlaubt. Bislang betrachtete Apple sein TV-Engagement eher als "Hobby", der Verkaufserfolg ist bis heute bescheiden. Nun verfolgt Apple offenbar ehrgeizigere Pläne.
Der Analyst und Apple-Experte Gene Munster ist sich sicher, dass Apple schon Ende 2012 einen eigenen Fernsehapparat präsentieren wird. Er will dazu stichhaltige Informationen bei Zulieferern und von einem nicht näher benannten Apple-Insider vernommen haben. Ein Investor namens Stewart Alsop will ebenfalls von mehreren Informanten erfahren haben, dass Apple an einem eigenen Fernseher arbeitet. Steve Jobs kommentierte noch im Jahr 2010 die Frage nach der Strategie in Sachen Apple TV und dem schleppenden Verkauf der kleinen Box damit, dass Konsumenten keine Hardware wie Settop-Boxen kaufen wollen, sondern diese als Zugabe zu einem Programm-Abo erwarten.
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Was Jobs schon 2010 beschrieb, hat Google mit seinem Google TV-Angebot am eigenen Leib erfahren müssen. Google hatte das Projekt Google TV gestartet und zusammen mit Logitech eine Settop-Box auf den Markt gebracht, die Google TV auf den Fernseher bringen sollte. Der Verkauf in den USA lief jedoch schleppend und Logitech senkte den Preis von 299 US-Dollar auf 99 Dollar. Dennoch will Google ab 2012 auch in Europa mit Google TV an den Start gehen. Entsprechende Pläne kündigte Google-Chef Eric Schmidt am Freitag auf einer Konferenz in Großbritannien an: "Wir wollen Inhalteanbieter zu unterstützen, indem wir ihnen eine offene Plattform anbieten, auf der sich die nächste Generation des Fernsehens entwickeln kann."
Der deutsche Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) betrachtet Googles Pläne skeptisch. Wenn Google über diese Plattform eigene Werbung schaltet, - wohl die Haupteinnahmequelle Googles - bedroht das die Geschäftsgrundlage der privaten TV-Sender. Auch in den USA leidet Google TV darunter, dass die wichtigsten US-Sender nur sehr zögerlich kooperieren und ihre Online-Inhalte nicht zur Verfügung stellen. Apple ist mit seinem Vertriebsmodell, Kinofilme und TV-Sendungen über iTunes zu verkaufen und zu vermieten, erfolgreicher. Aber auch hier gibt es kritische Stimmen, denn die Inhalteanbieter klagen über die hohen Anteile, die Apple dabei einstreicht.
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Andreas Lerg
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