24.02.2010, 12:40 Uhr | Andreas Lerg
CeBIT 2010: Angela Merkel testet Messetrend 3D-Fernsehen. (Quelle: dpa)
Zwei Buchstaben werden auf der CeBIT 2010 einen wichtigen Trend markieren: 3D, auf der CeBIT als "Next Level 3D" präsentiert. Viele Hersteller dringen mit ihren Produkten in die dritte Dimension vor. Konnten wir auf der IFA 2009 erste 3D-Fernsehgeräte als Prototypen bestaunen, so sind die Geräte jetzt marktreif. Kinoknaller wie Avatar kurbeln den 3D-Boom gewaltig an. Nicht zuletzt, weil solche Filme dann auch als 3D-Version auf Blu-ray-Disc und als 3D-Spiele für Konsolen in den Handel kommen. Entsprechende Endgeräte sind im Anmarsch. Hier können Sie in unserer Foto-Show die erste Geräte sehen.
Eine neue Technologie setzt sich immer erst dann durch, wenn sie für den Massenmarkt taugt. 3D-Darstellungen waren früher der Forschung oder Industrie vorbehalten. Doch seit rund einem Jahr beginnt sich die dreidimensionale Darstellung vor allem in den Kinosälen durchzusetzen. Der Film Avatar darf hier sicher als Meilenstein betrachtet werden. Damit ist diese Technologie auch beim Endverbraucher angekommen. Die CeBIT greift das Thema mit dem Schwerpunkt Next Level 3D auf. Im future parc wird auf der Messe in Hannover zu sehen sein, was es an marktreifen Geräten aber auch zukünftigen Technologien gerade auch für zu Hause oder das Büro gibt. Erste Hersteller wie Samsung bringen schon ab März 3D-Fernseher und entsprechende Blu-ray-Player in den Handel.
Das 3D-Vergnügen braucht natürlich vor allem Inhalte, die originär in 3D produziert werden. Kinofilme, die mit Millionen schweren Budgets produziert werden, sind dabei nur ein Teil des Ganzen. Auf der CeBIT hat die Fraunhofer-Gesellschaft ein TV-Studio aufgebaut, in dem die Liveproduktion von Fernsehsendungen in 3D gezeigt wird. Doch 3D auf dem Fernseher ist längst nicht alles, was die IT-Messe in Hannover zeigt. Ein riesiger Markt für 3D ist der Spielesektor. Sony beispielsweise kann seine PlayStation 3 per Software-Update auf 3D-Darstellung trimmen und Carl Zeiss, Hersteller von 3D-Spezialbrillen, zeigt das 3D-Spiel Avatar. Da wird auch gleich die immer stärkere Vernetzung der Kino- und Spieleindustrie deutlich.
Dort wo ein 3D-Fernseher nicht mehr ausreicht, können Video-Beamer 3D-Bilder in HD-Qualität an die heimische Wohnzimmerwand werfen. Acer zeigt auf der CeBIT ein erstes Gerät dieser Art. Bisher muss der Zuschauer eine spezielle 3D-Brille aufsetzen, um in den Genuss der beeindruckenden 3D-Bilder zu kommen. Doch auch daran wird gearbeitet, wie das Hamburger Unternehmen SeeFrontie zeigt. Deren Technologie verwandelt normale Displays in 3D-Bildschirme. Ein spezieller Aufsatz für den Monitor spaltet das Bild in zwei stereoskopische Bilder auf, die dann gezielt nur für das rechte beziehungsweise linke Auge dargestellt werden. Sobald diese Technik richtig marktreif ist, könnte die Spezialbrille überflüssig werden. Monitorhersteller Eizo zeigt bereits Geräte, die mit dieser Technik ausgerüstet sind. Auch Notebooks mit 3D-Displays sind von diversen Herstellern im Anmarsch. Acer hat sogar schon seit letztem Herbst ein 3D-Notebook im Sortiment.
Ausgerechnet das Internet scheint dem 3D-Trend derzeit noch etwas hinterher zu hinken. Auf der CeBIT zeigen das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und das Intel Visual Computing Institute der Saarland Universität erstmals XML3D. Diese Erweiterung der Internet-Programmiersprache HTML rüstet die Fähigkeit nach, die 3D-Inhalte über das Internet überträgt und vor allem auf einer Internetseite darstellt. Außerdem sollen auf der Messe bereits verschiedene Ansätze gezeigt werden, wie derzeit schon 3D-Bilder und Filme auf Internetseiten nutzbar eingebaut werden können. Besucherinformation über die CeBIT finden Sie hier kompakt in unserer Übersicht.
Andreas Lerg
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