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DIW beurteilt HDTV negativ

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Experten dreschen auf HDTV ein

26.03.2010, 17:51 Uhr | Christian Fenselau

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW): Mehr Nachteile als Vorteile bei HDTV (Symbolbild: dpa)

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW): Mehr Nachteile als Vorteile bei HDTV (Symbolbild: dpa) (Quelle: dpa)

HDTV ist teuer und wenig komfortabel. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Experten sehen bei der Einführung der Technik mehr Nachteile als Vorteile. Die Gründe seien höhere Kosten, eine Gängelung der Zuschauer und die geringe Verbreitung der Technik. Leidtragender sei der Zuschauer. Damit am Ende der Zuschauer nicht der Dumme sei, fordern die Experten ein Eingreifen des Staates.

Das DIW schätzt den Anteil der Zuschauer, die hochauflösendes Fernsehen empfangen, bei weniger als einem Prozent. Die Gründe dafür sei die fehlende Verbreitung der Technik. Dazu gehören passende Receiver und Fernseher ebenso wie die Tatsache, dass HD-Signale nur via Kabel und Satellit ausgestrahlt werden, nicht terrestrisch per DVB-T. Die Empfangsmöglichkeiten per VDSL seien auf wenige Städte beschränkt. Die flächendeckende Verbreitung werde auch durch die Verschlüsselung der Signale von Privatsendern behindert. Denn hier sind Receiver nötig, die den "HD+"-Standard unterstützen.

HD+ gängelt den Zuschauer

Die Grundverschlüsselung der Signale von RTL, Sat.1, ProSieben, Kabel eins und Vox sei der Hauptgrund für das ernüchternde Fazit, erläutern die Autoren Georg Erber und Sven Heitzler. "Der Zuschauer ist am Ende der Dumme", so Erber. Die Forscher sehen gleich mehrere Nachteile: Die Einführung von HD+ ist mit zusätzlichen Kosten verbunden, durch eine Jahresgebühr auf der einen Seite und die Anschaffung eines neuen Empfangsteils auf der anderen. Zudem werde der Zuschauer durch eingeschränkte oder verhinderte Aufzeichnungsmöglichkeiten gegängelt.

Auch Filmhersteller sind Schuld

Die alleinige Schuld dafür trifft aber nicht nur die privaten TV-Anstalten, erklärt die Studie: "Die großen Filmproduktionsfirmen fordern dies auch von den Sendern." Durch die Verschlüsselung entstünden Kosten für die Zertifizierung und Lizenzierung der Geräte, was kleine Receiver-Hersteller benachteiligen könnte. Daraus ergeben sich auch problematische Auswirkungen auf den Wettbewerb, bemängelt die Studie weiter.

Institut fordert Eingreifen des Staates

Das DIW stellt infrage, ob verschlüsseltes und nur über Gebühren empfangbares HDTV mit den rechtlichen Rahmenbedingungen oder dem Rundfunkstaatsvertrag vereinbar sei. "In solchen Fällen muss der Staat seine Regulierungsfunktion wahrnehmen", fordert Erber. "Die Mittel hat er hier in der Hand." Zudem sei "eine regelmäßige Wettbewerbsaufsicht erforderlich, um möglichen wettbewerbswidrigen Einsatz der neuen Technik schnell beenden und ahnden zu können."


Christian Fenselau  

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