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Geotagging: GPS für die Digitalkamera

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Ortsgedächtnis für Ihre Fotos

30.01.2009, 09:29 Uhr | Bela Beier

Geosetter stellt die abfotografierte Route dar, und holt Zusatzinformationen aus einer Datenbank - so geht kein Bild mehr verloren. (Screenshot: Hersteller)

Geosetter stellt die abfotografierte Route dar, und holt Zusatzinformationen aus einer Datenbank - so geht kein Bild mehr verloren. (Screenshot: Hersteller)

Verfahren im Urlaub? Bilder der schönsten Gebäude gemacht, aber danach nicht den blassesten Schimmer, wo die Gebäude auf der Karte sein könnten? Da hilft Geotagging: Die Verknüpfung von Positionsdaten und Fotos erlaubt nicht nur eine perfekte Urlaubs-Diashow, sondern hilft auch beim Einordnen der Aufnahmen nach dem Urlaub.

Beim Geotagging werden Ihre Fotos per GPS einer Position zugeordnet und in zeitlicher Abfolge gespeichert. Eine Bergtour lässt sich so später Bild für Bild auch örtlich nachvollziehen. Das bringt nicht nur die eigenen Erinnerung in die Gänge, sondern gibt auch der Dia-Show nach dem Urlaub das gewisse Extra. Und das Beste ist: Die für Geotagging benötigte Software ist meist kostenlos. Nur für einen kleinen, zusätzlichen GPS-Empfänger müssen Sie ein wenig Geld investieren.

Wie funktioniert Geotagging?

Doch wofür das alles? Natürlich ließen sich die Bilder mit der Maus direkt auf einer Landkarte platzieren. Aber mit einem GPS-Empfänger – wie etwa den Modellen aus unserer Foto-Show – laden Sie einfach nach dem Urlaub oder der Wandertour die Bilder zusammen mit den Positionsdaten auf den Rechner. Diese Daten sind auf dem GPS-Empfänger in einer so genannten KML-Datei gespeichert. Auf dem Computer ordnet die Geotagging-Software die Bilder dann den jeweiligen Koordinaten zu.

So bekommen Ihre Bilder eine Ortsmarke

Dabei vergleicht das Programm die Zeit der Aufnahme mit der Position, an der Sie sich zu diesem Zeitpunkt aufgehalten haben – dort muss das Bild entstanden sein. Am Ende speichert die Software die jeweiligen Daten als versteckte Zusatzinformationen in die Bilddatei, in den so genannten EXIF- und IPTC-Daten. Die lassen sich später jederzeit auslesen. Dann kann man die Fotos in der korrekten zeitlichen und räumlichen Reihenfolge betrachten, kommentieren oder einen Überblick der besuchten Orte darstellen. So ist die Urlaubs-Diashow ein garantierter Erfolg. Hier eine Übersicht über Software und Webdienste fürs Geotagging.

Was braucht der Fotograf zum Geotagging?

Um das Extra an Ordnung und Überblick in die Fotosammlung zu bringen, braucht man eigentlich nur Kamera und GPS-Empfänger sowie Software, um Daten und Bilder zusammenzuführen. Dabei gibt es gleich mehrere Software-Pakete für Geotagging – unter anderem die kostenlosen Microsoft Pro Photo Tools oder das ebenfalls kostenlose Picasa von Google. Aber auch spezielle Software wie GeoSetter erfüllt die Aufgabe. Nach dem Taggen können die Bilder dann bei verschiedenen Webdiensten wie Google Maps, Flickr oder Locr hochgeladen werden – dort lassen sich die Bilder dann auf einer Karte am Ort ihrer Aufnahme darstellen. Diese Karten können Sie dann zum Beispiel auf einer eigenen Internet-Seite einbetten.

GPS-Module von Kameraherstellern

Die für Geotagging notwendigen GPS-Module haben beinahe alle Kamera-Hersteller für Ihre Modelle im Programm. Für Nikon-Kameras gibt es hier etwa den GP-1-Empfänger zum Nachrüsten, Sony bietet für seine Kameras das GPS-Modul GPS-CS1KA an. Ein integriertes GPS-Modul haben hingegen bislang nur sehr wenige Kameras. Zum Beispiel verfügt die Nikon Coolpix P6000 ein solches Modul. Hier eine Übersicht über die GPS-Module fürs Geotagging.

Herstellerunabhängige GPS-Module

Wer unabhängig vom Hersteller geotaggen will, kann zum Beispiel den ATP GPS PhotoFinder mini verwenden, der mittels Karabiner an der Phototasche oder dem Gürtel befestigt wird. In der mitgelieferten Dockingstation werden die Bilder direkt auf der Speicherkarte mit GPS-Informationen versehen, ohne dass man dazu einen Computer braucht. Auch das photoGPS von Jobo speichert GPS-Datensätze – es wird in den Blitzschuh der Kamera gesteckt. Wenn der Auslöser betätigt wird, fragt der Empfänger die Position des Geräts vom Satelliten ab. Das clevere Modul passt auf alle Kameras mit Standard-Blitzschuh.

Problem Synchronisation

Geotagging erfordert also kaum Aufwand und bietet viele Vorteile. Nur bei einem Punkt müssen Sie aufpassen: Die Uhrzeit. Denn die für GPS notwendigen 31 Satelliten werden mehrmals täglich mit Atomuhren synchronisiert. Wenn nun die Uhr der Kamera verstellt ist, funktioniert es bei so mancher Geotagging-Software mit dem Abgleich der Daten nicht mehr. Achten Sie also auf eine richtig gestellte Zeit an ihrer Kamera – dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.


Bela Beier  

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