16.06.2009, 16:08 Uhr | Bela Beier
Olympus E-P1Olympus hat die lange erwartete E-P1 vorgestellt: Diese im Micro-Four-Thirds-Format soll die Qualität und Vielseitigkeit von Spiegelreflexkameras mit der Größe von Kompaktkameras vereinen – ob Olympus das schafft, ist fraglich.
Micro-Four-Thirds bedeutet, dass die Kamera ohne den obligatorischen Spiegel auskommt – so wird die Größe enorm reduziert. Der Spiegel leitet normalerweise das Licht aus dem Objektiv in den Sucher – so sehen Sie bei einer konventionellen Spiegelreflexkamera das Bild im Sucher. Bei der Aufnahme schwingt der Spiegel dann zur Seite, und lässt das Licht auf den Kamerasensor fallen. Micro-Four-Third-Digitalkameras verzichten allerdings auf diesen Spiegel, und verwenden zur Aufnahme des Sucherbildes gleich den Kamerasensor. Das spart Platz und bewegliche Teile in der Kamera.
Und im Gegensatz zur PanasonicG1, der ersten Micro-Four-Thirds-Digitalkamera, verabschiedet sich die Olympus E-P1 auch von der Form der D-SLR-Kameras und lehnt das schicke Gerät im Design an die Pen-Kameras aus den Fünfzigern an.
Olympus E-P1 mit MesssucherDie lediglich 335 Gramm schwere und zwölf mal sieben Zentimeter große Digitalkamera hat einen 12,3 Megapixel-Sensor mit einem Empfindlichkeitsumfang von ISO 100 bis ISO 6400. Sie speichert auf SD-Speicherkarten und kann neben normalen Jpeg-Bildern auch im RAW-Format aufzeichnen. Dazu beherrscht die Olympus E-P1 hochauflösendes HD-Video, mit einer Auflösung von 1280 auf 720 Pixel und 30 Bildern pro Sekunde, und kann diese per HDMI-Ausgang auf dem Fernseher spielen. Der Preis von 700 Euro für den Kamera-Body, in Verbindung mit der Größe, macht die E-P1 zur idealen Kamera für den Rucksack – die Bildqualität muss sich zwar erst in der Praxis zeigen, aber besser als gleichgroße Kompaktkameras dürfte sie allemal sein.
Auf der anderen Seite halten sich die Begeisterungsstürmen über die E-P1 noch in Grenzen, da das Ausrüstungssortiment noch extrem übersichtlich ist – lediglich zwei Objektive stehen zur Verfügung. Diese hat Olympus zwar speziell für die E-P1 konstruiert, aber alle anderen Objektive müssen über Adapter angeschlossen werden. Das bedeutet, dass sowohl Abbildungsqualität als auch Lichtstärke herabgesetzt werden.
Der Hauptkritikpunkt ist aber der Sucher. Das Display hat überraschenderweise eine Auflösung von nur 230.000 Pixel – die sollen laut Hersteller zwar besonders hell sein, aber die Schärfe dann von Hand einzustellen dürfte eine Herausforderung sein. Der ebenfalls erhältliche Messsucher wird in den Blitzschuh gesteckt und funktioniert wie ein kleines Fernrohr – aber den Fokus können Sie damit natürlich auch nicht kontrollieren.
Olympus E-P1 Sortiment
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