28.10.2009, 11:07 Uhr | Sascha Plischke
Das Programm von ProSieben und Sat.1 könnte demnächst kostenpflichtig werden. (Quelle: dpa)
Das Programm von ProSieben und Sat.1 könnte für die Zuschauer demnächst kostenpflichtig werden. Das berichtet das "Handelsblatt". Offenbar plant die Sendergruppe ProsiebenSat.1 Media AG, langfristig für den Empfang Ihrer TV-Kanäle eine Gebühr zu verlangen. Dazu bräuchte es nur einige zugkräftige Sendungen, auf die die Zuschauer nicht verzichten wollen, sagte Vorstandschef Thomas Ebeling.
Die Einführung das Bezahlmodells würde bisher frei empfangbare Kanäle wie ProSieben, Sat.1 und Kabel 1 betreffen. Praktisch würde damit die halbe private Senderlandschaft nur noch als Bezahlfernsehen empfangbar sein. So könnten irgendwann Millionen Nutzer wie bei Sky nur noch mit digitalem Receiver und Smartcard Heidi Klums Modelcasting und Stefan Raabs Zoten verfolgen können. Werbefrei würden die Programme der Sender deshalb jedoch noch lange nicht. Mit dem Schritt will sich der schuldengeplagte Konzern zusätzliche Einnahmen sichern. So sollen die Sender unabhängiger werden vom Werbemarkt, der in den vergangenen Jahren kontinuierlich geschrumpft ist.
In Dänemark sei ProSiebenSat.1 mit einem ähnlichen Modell bereits erfolgreich, so Vorstandschef Ebeling gegenüber dem Handelsblatt. Allerdings soll die Umstellung nicht über Nacht erfolgen. Bis 2014 will die Sendergruppe rund 30 Prozent seiner Einnahmen außerhalb der Werbung erzielen. Allerdings brauche der Wandel Zeit und sei nur in vielen kleinen Schritten zu schaffen, erklärte Ebeling weiter. Das Bezahlfernsehen wird also kommen – die einzige Frage bleibt nur die nach dem Wann.
Bisher mussten die Zuschauer nur für die HDTV-Inhalte der Sender bezahlen. Über die Satelliten des Unternehmens Astra strahlen bisher mit RTL und Vox bereits zwei Sender HDTV aus. Im Januar 2010 kommen ProSieben, Sat.1 und Kabel eins dazu. Das Angebot ist im ersten Jahr kostenfrei. Danach soll der HD-Empfang kostenpflichtig werden. Astra kassiert dafür eine Jahresgebühr von 50 Euro, Kunden können ihre Empfangskarte ähnlich wie beim Handy im PrePaid-Verfahren aufladen.
Sascha Plischke
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