10.08.2011, 16:30 Uhr | Andreas Lerg
Die Phantom V1610 schießt bis zu einer Millionen Bilder pro Sekunde. (Foto: Hersteller)
Mit einer Million Bildern pro Sekunde ermöglicht die digitale Videokamera Phantom V1610 extreme Zeitlupenaufnahmen. Die Spezialkamera kann so Vorgänge filmen, die so schnell ablaufen, dass das menschliche Auge diese nicht im Detail wahrnehmen könnte. Dazu gehören beispielsweise der Flug einer Gewehrkugel oder Explosionen.
Die Phantom V1610 des US-Herstellers Vision Research kann bis zu einer Million Bilder pro Sekunde aufnehmen. Filmt man damit nur eine Sekunde lang und spielt die Aufnahme dann mit 24 Bilder pro Sekunde ab - die nimmt das Menschliche Auge als flüssige Bewegung war - dann würde es knapp zwölf Stunden dauern, den Film zu betrachten. Mit Superzeitlupenaufnahmen lassen beispielsweise Gewehrkugeln im Flug langsam betrachten.
Die superlative Bildrate geht jedoch zu Lasten der Auflösung, denn bei einer Million Bildern pro Sekunde schafft die Kamera nur noch eine Auflösung von 128 mal 16 Bildpunkten. Aber bei HD-Auflösung von 1280 mal 720 Bildpunkten liefert die Phantom V1610 immer noch sensationelle 18.100 Bilder pro Sekunde. Auch damit sind superlangsame Zeitlupenaufnahmen möglich, denn Zeitlupenaufnahmen beginnen bei 60 Bildern pro Sekunde. Solche Spezialkameras kommen unter anderem oft in Forschungseinrichtungen zum Einsatz und werden beispielweise bei Crashtests von Autos benutzt.
Die Aufnahme von Videofilmen mit so extrem hohen Bildraten pro Sekunde ist durchaus eine technische Herausforderung, denn die Bilder müssen zunächst von einem Bildsensor verarbeitet und mit rasender Geschwindigkeit gespeichert werden. Der interne Speicher der Kamera kann je nach Konfiguration zwischen 24 und 96 GB groß sein. Auf der Oberseite der Kamera kann zusätzlich ein spezielles Speichermodul aufgesteckt werden, dass bis zu 512 GB Kapazität bietet. Der 35,8 mal 22,4 Millimeter große Bildsensor wird mit einem speziellen Kühlsystem gekühlt. Vision Research liefert keine eigenen Objektive für die Kamera. Statt dessen können Wechselobjektive der Spiegelreflexkameras von Canon oder Nikon montiert werden. Hersteller Vision Research hat bisher nichts zum Preis der Kamera gesagt, aber es gibt Spekulationen, dass diese nicht unter 100.000 US-Dollar, umgerechnet knapp 70.000 Euro zu haben sein wird.
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